Der Verkehr in Lokstedt

Über die Verkehrssituation im Zentrum von Lokstedt ließe sich einiges sagen. Man kann es aber auch mit einem Wort zusammenfassen: unerträglich.

Siemersplatz

Monika Schaal, Abgeordnete der Bezirksversammlung für die SPD räumt zur Situation am Siemersplatz ein: „Immerhin passieren die Kreuzung vier Buslinien und täglich etwa 175.000 Fahrzeuge.“

Und schon sind weitere Belastungen in Sicht. Der kurz vor der Umsetzung sehende Bebauungsplan Lokstedt 52 / Eppendorf 9 / Groß Borstel 11 sieht vor, den Nedderfeld 4-spurig auszubauen, damit Groß Borstel vom Verkehr entlastet wird.

Also noch mehr Verkehr durch das Lokstedter Zentrum, weitere bis zu 10.000 Fahrzeuge täglich werden den Siemersplatz belasten.

Will man dort eine Wohnung vermieten, dann liest sich das Inserat wie eine Warnung: „Besichtigung Mittwoch - Im Rhythmus der Stadt - Geräumige Wohnung am Siemersplatz! Lagebeschreibung: Bitte informieren Sie sich vorab über die Lage des Hauses (Ecke Siemersplatz, Kreuzung und Hauptverkehrsstraße). Das Mehrfamilienhaus liegt an der verkehrsreichen Kollaustraße.“

Zudem fehlen eigentlich überall in Lokstedt die Parkplätze. Am Siemersplatz schmeißen Gewerbetreibende aus diesem Grund das Handtuch und geben ihre Geschäfte auf.

Vogt-Wells-Straße

Von einer Flaniermeile Vogt-Wells-Straße kann man auch nicht mehr sprechen. Aber zumindest ist der Fußweg breit und es kommt ein neues Geschäft in einen Neubau. Hat man einen der wenigen Parkplätze vor dem Discounter bekommen, muss man eine kurze Lücke im Verkehrsfluss finden um aus seinem Auto zu kommen. Das gleiche gilt für die Ausfahrt vom Parkplatz des Discounters.

Allerdings könnte es zukünftig auch für die Vogt-Wells-Straße schlimmer kommen. Schon stellen Verkehrspolitiker weitere Ansprüche an diesen Bereich von Lokstedt: „Der zu beobachtende, leichte Verkehrsbelastungsanstieg ist auf einer ständigen Zunahme des überall festzustellenden Verkehrs in der Vogt-Wells-Straße / Julius-Vosseler-Straße zurückzuführen. Hierdurch sind Ausweichverkehre bei entsprechender Staubildung üblich und kaum zu verhindern, wenn die Hauptverkehrsstraße nicht leistungsfähiger gestaltet ist.“

Das klingt verdächtig nach dem Wunsch die Ost-West-Tangente Vogt-Wells-Straße / Julius-Vosseler-Straße sechsspurig auszubauen.

In der Vogt-Wells-Straße ist zudem das älteste Haus Lokstedts abgerissen worden. Das neue Haus wird weiter sich in die Bebauungsgrenzen einfügen, sodass nur noch ein einziges Haus auf der nördlichen Seite der Vogt-Wells-Straße - das Haus von Glaser Andreas - den weiteren Ausbau der Straße verhindert.

Die Zeiten haben sich geändert

Wenn wir Lokstedter es offensichtlich hinnehmen müssen, dass Autofahrer aus allen im Norden Hamburgs gelegenen Stadtteilen durch Lokstedt rasen, so möchten zunehmend viele Lokstedter selbst ihren Teil dazu beitragen, die Verkehrsituation zu entschärfen.

Die Lokstedter hatten sich nach und nach daran gewöhnt, in den Nachbarstadtteilen einzukaufen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Es ist nämlich kein wirkliches Vergnügen mehr, zum Einkaufen mit dem Auto nach Eppendorf, Winterhude, Hoheluft, Niendorf oder zur Osterstraße fahren zu müssen.

So manch ein Lokstedter würde liebend gern mindestens auf ein zweites Auto verzichten oder aber autofrei leben, wenn er in unmittelbarer Nähe Einkaufsmöglichkeiten hätte. Was auch für das Problem der Parkplätze und der verstopften Wohnstraßen beheben würde.

Autoarmes wohnen ist aber nur möglich, wenn die Infrastruktur stimmt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite wie es dazu kommen konnte, dass der Verkehr in Lokstedt diese Dimension erreicht:

Der Verkehr frisst das Zentrum

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