Dauerthema Zentrum

06.09.2013, Lokstedter Forum

Einen wirklich lebhaften Dialog lieferten sich am Freitagabend Lokstedter Bürger und Abgeordnete der Bürgerschaft und der Bezirksversammlung. Das Bürgerhaus Lokstedt hatte zum „Lokstedter Forum“, der vierteljährlichen Politikrunde des Stadtteils, eingeladen.

Trotz Fußballs und trotz vieler Vorwahl-Konkurrenzveranstaltungen war der Tisch eng besetzt. Es gab ja auch einiges zu erörtern. Diskutiert wurde über die Zukunft von Lokstedt (Zentrum, Verkehr, Grün, Infrastruktur). Anwesend waren die Bürgerschaftsabgeordneten Antje Möller (GAL) und Monika Schaal (SPD), sowie Volker Bulla (Grüne), Lieselotte Schneede (CDU) und Lutz Schmidt (FDP).

Die Anzahl der Bewohner Lokstedts ist seit 1987 bis Ende 2012 um 3700 gestiegen, vor allem in den letzten Jahren. Mehr als 600 Wohnungen sind noch in der Planung. Die Infrastruktur des Stadtteils ist diesem Wachstum nicht nachgekommen, und auch gegenwärtig ist keine angemessene Infrastrukturplanung erkennbar.

Das fehlende Zentrum in Lokstedt – ein Dauerthema im Forum – hat durch die Bürgerinitiative „Ein Zentrum für Lokstedt“ neue Belebung erfahren. Es werden Erwartungen an eine ernst gemeinte Politik zur Förderung der Nahversorgungs- und Aufenthaltsqualitäten in Lokstedt gestellt.

Nachdem der Siemersplatz als Teil eines Zentrums de facto ausfällt, bleibt eine letzte infrastrukturelle und bauplanerische Chance mit Behrmannplatz / Grelckstraße / Spritzenweg. Die Initiative fordert, dass die bezirkliche Planung die – nach dem Umbau des Siemersplatzes – nunmehr letzte dafür übrig gebliebene Möglichkeit mit der Zweckbestimmung des heute durch DRK und THW belegten Geländes, des historischen Dorfzentrums, wahrnimmt und die Bürger bei der Planung für die Neugestaltung des Areals früh beteiligt.

SPD Bürgerschaftsabgeordnete Schaal wies auf den fraktionsübergreifenden Antrag „Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt“ hin, den der Regionalausschuss neulich einstimmig beschlossen hat, und auf die darin enthaltene Petition an den Leiter des Bezirksamtes, das die zentralen Themen abdeckt.

Die Bürger Lokstedts erwarten nun, dass die in den Bezirksplanungen erkannten Defizite tatsächlich zu Maßnahmen führen, und werden die Entwicklung eng verfolgen. Darum werden die Bürger keine Ruhe geben, solange sie sich nicht gehört und auf Augenhöhe beteiligt sehen.

In dieser Diskussion ging erfreulicherweise deutlich hervor, dass nicht nur die Bürger sondern auch die anwesenden Politiker einen unbedingten Handlungsbedarf hinsichtlich eines neuen Zentrums in Lokstedt sehen.

Darüber, dass dort genügend Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden müssen, herrschte Einigkeit. Auf den Einwand von Herrn Reuter, dass doch das Projekt „Eidelstedt-Center“ gründlich gescheitert sei, erwiderte Schmidt, dass die Kaufkraft in Lokstedt im Vergleich zu Eidelstedt deutlich höher läge. Zudem einen Magnetbetriebe, die eine große Kundenzahl garantierten, für ein erfolgreiches Einkaufszentrum unerlässlich.

Dennoch verharrte das Gespräch letztlich zu sehr auf der Frage nach dem Handlungsbedarf. Wege, dieses Ziel zu erreichen, wurden unzureichend besprochen.

Helena Peltonen, die in Vertretung von Hansjürgen Rhein die Moderation übernommen hatte, fasste die Diskussion zusammen und markierte damit den Schlusspunkt: „Es ist unbedingt erforderlich, dass die Bürger in die Zentrumsplanung früh und durchgehend einbezogen werden und dass auch alternative Konzepte erörtert werden. Nur so wird man den vielfältigen Erwartungen der Bürger gerecht und schafft eine Befriedung.“

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